Die Suche nach Schmuck beginnt längst nicht mehr ausschließlich bei Google oder direkt im Geschäft.
Verbraucher können heute einem KI-Assistenten beispielsweise beschreiben, welchen Stil sie suchen, welches Budget sie haben oder zu welchem Anlass ein Schmuckstück passen soll.
Eine aktuelle Untersuchung der MACH Alliance unter mehr als 1.000 Verbraucherinnen und Verbrauchern in Großbritannien zeigt, wie verbreitet dieses Verhalten dort bereits ist.
67 Prozent der Befragten gaben an, KI bei der Suche und Entdeckung von Produkten im Onlinehandel einzusetzen.

KI WIRKT BIS INS GESCHÄFT
Besonders interessant: Laut der Befragung wird ein erheblicher Teil des stationären Einkaufs durch vorherige oder begleitende KI-Suche beeinflusst.
Für den gesamten stationären Konsum nennt die Studie einen Anteil von 42 Prozent. Bei Angehörigen der Generation Z liegt der selbstberichtete Wert bei 62 Prozent.
18 Prozent der befragten Gen-Z-Konsumenten erklärten außerdem, innerhalb der vergangenen zwölf Monate bereits KI-fähige Wearables wie smarte Brillen zur Unterstützung physischer Kaufentscheidungen genutzt zu haben.
Wichtig ist die Einordnung: Diese Zahlen bedeuten nicht, dass KI nachweislich 42 oder 62 Prozent des Umsatzes verursacht.
Es handelt sich um Angaben aus einer Verbraucherbefragung in Großbritannien und nicht um gemessene Kassendaten. Die Ergebnisse lassen sich außerdem nicht einfach auf Deutschland oder Österreich übertragen.
WO KI BEIM SCHMUCKKAUF HELFEN KANN
Gerade vor dem Kauf eines Schmuckstücks kann KI nützlich sein, um zunächst grundlegende Fragen zu klären.
Was bedeutet 585er-Gold? Welche Diamantformen gibt es? Was unterscheidet einen Solitärring von einem Halo-Ring? Welche Piercingart sitzt an welcher Stelle des Ohrs?
Auch bei der Vorbereitung eines Juwelierbesuchs kann ein Chatbot helfen, Begriffe zu erklären oder Fragen zusammenzustellen.
Damit kann der Kunde bereits mit deutlich mehr Vorwissen ins Geschäft kommen.

WO PERSÖNLICHE BERATUNG WICHTIG BLEIBT
Bei Schmuck gibt es allerdings Grenzen dessen, was ein Chatbot beurteilen kann.
Wie bequem sitzt ein Ring tatsächlich? Wie wirkt ein bestimmter Goldton auf der Haut? Ist die Größe richtig? Wie funkelt ein Diamant bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen? Und welche Ringform harmoniert mit der eigenen Hand?
Viele dieser Fragen lassen sich erst beantworten, wenn ein Schmuckstück getragen und direkt verglichen wird.
Gerade bei emotionalen und langfristigen Käufen wie Verlobungsringen, Trauringen, hochwertigen Uhren oder besonderem Schmuck kann KI deshalb eher eine Vorbereitung als einen Ersatz für persönliche Beratung darstellen.
Die Kaufreise verändert sich trotzdem: Wer heute ein Juweliergeschäft betritt, kann sich bereits vorab intensiv über Materialien, Preise, Designs und Anbieter informiert haben.
Für Verbraucher kann das ein Vorteil sein. Sie können gezielter suchen und im Geschäft konkreter nachfragen.

