Pandora hat im dritten Quartal 2026 einen Umsatz von 6,694 Milliarden Dänischen Kronen erzielt. Das organische Wachstum lag bei 6 Prozent, davon entfielen 4 Prozentpunkte auf Like-for-Like-Wachstum und 2 Prozentpunkte auf Netzwerkerweiterung und andere Effekte.
Besonders stark entwickelte sich Asien-Pazifik mit einem Like-for-Like-Plus von 20 Prozent. Lateinamerika legte um 6 Prozent zu, Nordamerika um 3 Prozent und EMEA um 1 Prozent. Auch innerhalb der Produktbereiche zeigte sich Bewegung: Das Kerngeschäft verbesserte sich leicht auf 1 Prozent Like-for-Like-Wachstum, während das Segment „Fuel with More“ um 9 Prozent zulegte. Für Pandora ist das ein positives Signal in einem weiterhin anspruchsvollen Konsumumfeld.
Design und Begehrlichkeit sollen die nächste Wachstumsphase tragen
CEO Berta de Pablos-Barbier will die nächste Wachstumsphase stärker über Produktdesign und Markenbegehrlichkeit steuern. Pandora kündigt für 2027 ein breiteres und markanteres Produktportfolio an. Ziel ist es, mehr Designs und ästhetische Richtungen mit der Marke zu verbinden und gleichzeitig klarere, aufmerksamkeitsstärkere Kollektionen zu schaffen. Als ersten Hinweis auf die neue Richtung nennt Pandora die erweiterte Talisman-Kollektion, die im dritten Quartal gut angenommen wurde.
Auch die Markenkommunikation wird neu ausgerichtet. Mit den Plattformen Pandora Wonders und Pandora Voices will das Unternehmen stärker lokal und kulturell relevante Kampagnen entwickeln. Ziel ist es, neue Kundengruppen anzusprechen und weniger ausschließlich auf klassische bezahlte Reichweite zu setzen. Für den Fachhandel ist dieser Punkt besonders interessant: Marken müssen heute nicht nur sichtbar sein, sondern im Alltag und in der Kultur ihrer Zielgruppen eine Rolle spielen.
Emotionalere Stores und Platin-Test
Parallel dazu will Pandora die Customer Experience weiterentwickeln. Die Geschäfte sollen künftig ausdrucksstärker, wärmer und interaktiver gestaltet werden, Storytelling rund um Kollektionen soll Kunden stärker zum Entdecken anregen. Damit folgt Pandora einem Trend, der auch für den stationären Schmuckhandel immer wichtiger wird: Die Verkaufsfläche wird zunehmend zur Marken- und Erlebniswelt und nicht nur zum Ort der Warenpräsentation.
Auch bei den Materialien gibt es Bewegung. Ein im Juli in den Niederlanden gestarteter Test mit platinbeschichtetem Schmuck verlief positiv und wurde inzwischen auf weitere Märkte wie die USA, Großbritannien und Australien ausgeweitet. Der Übergang soll 2027 beginnen. Damit reagiert Pandora unter anderem auf die hohen Rohstoffpreise und arbeitet gleichzeitig an einer neuen Materialstrategie.
Prognose präzisiert, Marge mit Einmaleffekt
Pandora erwartet für 2026 nun ein organisches Wachstum von 2 bis 3 Prozent, zuvor lag die Spanne bei 0 bis 3 Prozent. Die erwartete EBIT-Marge wurde auf 22,5 bis 23 Prozent eingeengt, nachdem zuvor 22 bis 23 Prozent prognostiziert worden waren. Das ist keine vollständige neue Prognoseanhebung, sondern eine Präzisierung in Richtung des oberen Endes der bisherigen Erwartungen.
Beim Ergebnis lohnt sich ein genauer Blick: Die gemeldete EBIT-Marge stieg auf 15,9 Prozent. Ein einmaliger Effekt aus einer teilweisen Rückerstattung von US-Zöllen trug jedoch erheblich dazu bei. Bereinigt um diesen Effekt lag die operative Marge in etwa auf Vorjahresniveau. Für die Bewertung des Quartals ist deshalb das operative Wachstum wichtiger als der reine Margensprung.
Was das für den Fachhandel bedeutet
Pandoras Strategie zeigt, wohin sich der Schmuckmarkt entwickelt: Design, Markenbegehrlichkeit und Kundenerlebnis werden wichtiger als reine Sortimentsbreite. Für Juweliere bedeutet das, dass Produkte stärker über Geschichten, Kollektionen und Emotionen verkauft werden müssen. Gleichzeitig gewinnen modernere Stores, digitale Berührungspunkte und lokal relevante Kommunikation an Bedeutung.
Pandora zeigt damit, dass Wachstum im Schmuckgeschäft nicht allein über mehr Verkaufsstellen entstehen soll, sondern über eine stärkere Marke und ein klareres Kundenerlebnis. Für den Fachhandel ist das ein wichtiges Signal: Wer in einem herausfordernden Markt wachsen will, muss nicht nur Produkte anbieten, sondern Begehrlichkeit schaffen.


