35,2 Gramm, überwiegend 18-karätiges Gelbgold und mehrere Anhänger: Rein nach diesen Angaben könnte man das Armband zunächst wie ein gewöhnliches älteres Goldschmuckstück betrachten.
Doch dieses Stück hatte möglicherweise eine besondere Geschichte.
Laut Auktionskatalog scheint es sich um jenes Armband zu handeln, das Brigitte Bardot bei ihrer Hochzeit mit Jacques Charrier getragen hat. Der Katalog verweist bei dieser Zuordnung auf historische Fotografien.
Damit besitzt das Stück eine mögliche Provenienz, die weit über den reinen Materialwert hinausgeht.

AUS 1.200 EURO WERDEN 43.000 EURO
Vor der Auktion lag die Schätzung bei 800 bis 1.200 Euro.
Der tatsächliche Zuschlag erreichte laut der Nachrichtenagentur ANSA 43.000 Euro.
Das Armband gehörte zu insgesamt 285 persönlichen Objekten Bardots, die bei der Auktion angeboten wurden.
Die gesamte Versteigerung erzielte nach Angaben aus der Berichterstattung knapp 954.000 Euro inklusive Gebühren.
Der außergewöhnlich hohe Preis des Armbands lässt sich deshalb nicht allein mit dem enthaltenen Gold erklären.
MATERIALWERT IST NICHT GLEICH SCHMUCKWERT
Bei älterem Schmuck können mehrere Werte nebeneinander bestehen.
Der Materialwert richtet sich beispielsweise danach, wie viel Gold oder andere Edelmetalle enthalten sind.
Der Schmuckwert berücksichtigt zusätzlich Verarbeitung, Zustand, Gestaltung, Edelsteine und gegebenenfalls Marke oder Hersteller.
Und dann gibt es die Provenienz, also die dokumentierte Herkunft und Geschichte eines Stückes.
Hat ein Schmuckstück nachweislich einer bekannten Persönlichkeit gehört, stammt es aus einer bedeutenden Epoche oder lässt sich seine Geschichte außergewöhnlich gut dokumentieren, kann sein Sammlerwert den reinen Materialwert deutlich übersteigen.
Das Bardot-Armband ist dafür ein außergewöhnliches Beispiel.
BEVOR ALTER SCHMUCK VERKAUFT WIRD
Natürlich verbirgt sich nicht in jeder Schmuckschatulle ein Auktionsstück im fünfstelligen Bereich.
Trotzdem lohnt es sich, älteren Schmuck vor dem Einschmelzen genauer anzusehen.
Punzen, Herstellerzeichen, Signaturen, alte Etuis, Rechnungen, Fotografien oder andere Dokumente können Hinweise auf Herkunft und Alter geben. Auch eine ungewöhnliche Gestaltung oder hochwertige Edelsteine können relevant sein.
Gerade bei geerbtem Schmuck sollte deshalb zunächst geklärt werden, was man eigentlich besitzt.

JUWELIER, GUTACHTER ODER AUKTIONSHAUS?
Welche Anlaufstelle sinnvoll ist, hängt vom jeweiligen Schmuckstück ab.
Ein Juwelier kann häufig zunächst Material, Verarbeitung, Edelsteine und offensichtliche Markenmerkmale einschätzen.
Bei hochwertigen, historischen oder besonders seltenen Stücken kann anschließend eine spezialisierte Begutachtung sinnvoll sein.
Besteht ein konkreter Verdacht auf ein bedeutendes Sammlerstück oder eine besondere Provenienz, kann auch ein auf Schmuck spezialisiertes Auktionshaus eine geeignete Adresse sein.
Die wichtigste Regel lautet deshalb: Nicht ausschließlich auf das Gewicht schauen.
Manchmal steckt der größte Wert eines Schmuckstücks nicht im Gold, sondern in seiner Geschichte.

