Der internationale Goldpreis bleibt auf hohem Niveau. Am 21. September 2026 lag der Spotpreis zeitweise bei rund 4.350 US-Dollar je Feinunze. Für Besitzer von altem Goldschmuck stellt sich deshalb zunehmend die Frage: Was ist meine Kette, mein Ring oder mein Armband aktuell wert?
AUCH BESCHÄDIGTER SCHMUCK KANN WERTVOLL SEIN
Beim Goldankauf ist nicht ausschließlich der Zustand eines Schmuckstücks entscheidend. Auch beschädigte Ketten, einzelne Ohrringe oder nicht mehr passende Ringe können einen Materialwert besitzen, weil dafür vor allem Gewicht und Goldanteil relevant sind.
Ein Schmuckstück aus 333er-Gold enthält beispielsweise deutlich weniger Feingold als ein vergleichbar schweres Stück aus 585er- oder 750er-Gold.
Deshalb lässt sich der mögliche Ankaufspreis nicht allein anhand von Größe oder Aussehen abschätzen.

WAS BEI EINER BEWERTUNG GEPRÜFT WIRD
Eine professionelle Bewertung beginnt in der Regel mit der Bestimmung der Legierung. Häufig gibt eine Punze im Schmuckstück bereits einen Hinweis. Anschließend werden Gewicht und Feingehalt geprüft.
Bei Schmuck mit Edelsteinen, Diamanten oder besonderem handwerklichem oder historischem Wert sollte außerdem geprüft werden, ob das Stück möglicherweise mehr wert ist als nur sein reiner Goldgehalt.
Gerade ältere oder hochwertig gearbeitete Schmuckstücke sollten deshalb nicht vorschnell ausschließlich als Altgold betrachtet werden.
VERKAUFEN ODER BEHALTEN?
Ein hoher Goldpreis bedeutet nicht automatisch, dass ein Verkauf immer die beste Entscheidung ist.
Erbstücke können einen emotionalen Wert besitzen, der sich nicht in Euro ausdrücken lässt. Andere Schmuckstücke können repariert, umgearbeitet oder als Grundlage für ein neues Schmuckstück verwendet werden.
Wer unsicher ist, kann zunächst lediglich den Wert bestimmen lassen und anschließend entscheiden, ob ein Verkauf infrage kommt.

MEHRERE ANGEBOTE KÖNNEN SICH LOHNEN
Die Verbraucherzentrale empfiehlt, bei einem geplanten Goldverkauf verschiedene Angebote miteinander zu vergleichen. Ankaufspreise können sich unterscheiden und liegen üblicherweise unter dem rechnerischen Materialwert, da Händler unter anderem Prüf-, Verarbeitungs- und Handelskosten berücksichtigen.
Wichtig ist deshalb, dass nachvollziehbar bleibt, wie ein Angebot zustande kommt. Dazu gehören insbesondere Gewicht, Legierung und die verwendete Berechnungsgrundlage.
Gerade bei hohen Goldpreisen kann aus vermeintlich wertlosem Altschmuck ein relevanter Vermögenswert werden.

