Gelbgold gehört zu den Klassikern im Schmuckbereich und spielt auch bei hochwertigem Piercingschmuck eine wichtige Rolle. Doch wer sich für einen goldenen Ohrstecker oder einen kleinen Hoop entscheidet, begegnet schnell unterschiedlichen Angaben: 9 Karat, 14 Karat oder 18 Karat. Die Unterschiede sind nicht nur eine Frage des Preises. Auch die Zusammensetzung und Verarbeitung bestimmen, wie sich das Schmuckstück im Alltag verhält.
Was bedeuten 375, 585 und 750?
Die dreistelligen Zahlen geben an, wie viel reines Gold in einer Legierung enthalten ist. Da Feingold für viele Schmuckanwendungen zu weich ist, wird es mit anderen Metallen kombiniert. Häufig kommen Silber und Kupfer zum Einsatz.

Bei 750er Gold bestehen beispielsweise drei Viertel der Legierung aus reinem Gold. Der verbleibende Anteil setzt sich aus anderen Metallen zusammen, die unter anderem Farbe, Härte und Verarbeitungseigenschaften beeinflussen.
Je höher die Zahl, desto größer ist also der Goldanteil. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass das Schmuckstück für jede Piercing-Position besser geeignet ist.
Warum Gelbgold nicht immer gleich aussieht
Gold besitzt von Natur aus einen charakteristischen, kräftigen Gelbton. Wird es mit anderen Metallen legiert, verändert sich diese Farbe.
375er Gelbgold kann vergleichsweise hell wirken, während 750er Gelbgold häufig einen satteren, intensiveren Goldton besitzt. 585er Gold liegt optisch oft dazwischen.
Die genaue Farbwirkung hängt jedoch nicht ausschließlich vom Feingehalt ab. Entscheidend ist auch, welche Metalle in welchem Verhältnis beigemischt werden. Zwei Schmuckstücke mit derselben Goldangabe können deshalb leicht unterschiedlich aussehen.
Auch Roségold und Weißgold entstehen durch gezielte Veränderungen der Legierung. Ein höherer Kupferanteil sorgt beispielsweise für rötliche Farbtöne.
Ist mehr Gold automatisch weicher?
Reines Gold ist ein vergleichsweise weiches Edelmetall. Durch die Zugabe anderer Metalle lässt sich seine Härte verändern. Deshalb können Goldlegierungen widerstandsfähiger sein als reines Feingold.
Allerdings gilt nicht grundsätzlich, dass 375er Gold immer härter ist als 585er oder 750er Gold. Die tatsächliche Härte hängt von der Zusammensetzung und der Verarbeitung der Legierung ab.
Gerade bei kleinen Schmuckstücken ist das relevant. Feine Verschlüsse, Gewinde und Fassungen müssen so gefertigt sein, dass sie auch bei regelmäßigem Tragen zuverlässig funktionieren.
Ein hoher Feingehalt allein ist daher noch kein Qualitätsnachweis für die gesamte Konstruktion eines Piercingschmuckstücks.
Welches Gold eignet sich für frische Piercings?
Hier wird der Unterschied zwischen gewöhnlichem Goldschmuck und Piercingschmuck besonders wichtig.
Die Association of Professional Piercers empfiehlt für frisch gestochene Piercings geeignete Goldlegierungen mit 14 oder 18 Karat, sofern sie nickel- und cadmiumfrei sowie für den Körperkontakt biokompatibel zusammengesetzt sind.
375er Gold mit 9 Karat zählt zwar zu den echten Goldlegierungen, wird nach diesen professionellen Empfehlungen jedoch nicht als Erstschmuck für frische Piercings empfohlen.
Auch vergoldeter Schmuck ist nicht mit massivem Gold gleichzusetzen. Bei einer Vergoldung befindet sich lediglich eine Goldschicht auf einem anderen Grundmaterial. Diese Beschichtung kann sich mit der Zeit abnutzen und ist für frisch gestochene Piercings ungeeignet.
Ob ein Schmuckstück tatsächlich als Erstschmuck infrage kommt, hängt zusätzlich von seiner Oberfläche, Verarbeitung, Form und Eignung für die jeweilige Piercing-Stelle ab.
Warum auch die Verarbeitung zählt
Bei Piercingschmuck kommt es auf Details an, die auf den ersten Blick kaum sichtbar sind.
Die Oberfläche sollte hochwertig verarbeitet und frei von scharfen Kanten oder störenden Unebenheiten sein. Auch Verschlüsse und Gewinde spielen eine wichtige Rolle, damit das Schmuckstück sicher sitzt und das Gewebe möglichst wenig belastet wird.
Ein weiterer Punkt ist die genaue Zusammensetzung der Legierung. Besonders bei empfindlicher Haut oder bekannten Metallallergien kann entscheidend sein, welche Metalle neben Gold enthalten sind.
Deshalb ist nicht jeder gewöhnliche Goldohrring automatisch als Schmuck für ein frisches Piercing geeignet. Und auch bei vollständig verheilten Piercings sollte auf geeignete Materialien und eine saubere Verarbeitung geachtet werden.
Eine kleine Zahl mit großer Bedeutung
Ob 375, 585 oder 750: Die Zahlen auf Goldschmuck erzählen zunächst etwas über den Anteil des Edelmetalls, nicht über die gesamte Qualität des Schmuckstücks.
Gerade bei Piercings kommen weitere Anforderungen hinzu. Neben Farbe und Feingehalt sind vor allem die Zusammensetzung der Legierung, ihre Verträglichkeit und die Verarbeitung entscheidend.
Wer Goldschmuck für ein Piercing auswählt, sollte deshalb genauer hinsehen. Denn ein schönes Schmuckstück überzeugt nicht nur durch seinen Glanz, sondern auch durch das Material und die Qualität, die dahinterstecken.

