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Angst vor Ausschreitungen: KUTTER 1825 schließt seine Stores

Vorsorgliche Schließungen, verbarrikadierte Schaufenster und kein Umsatz: Der Stuttgarter Juwelier KUTTER 1825 beziffert die Folgen der Jugendproteste vom 31. Oktober auf mehrere Tausend Euro.

Von Petra SIvcic

Angst vor Ausschreitungen: KUTTER 1825 schließt seine Stores
© Privat
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Die Sorge vor Ausschreitungen hat den Luxus- und Schmuckhandel in Stuttgart am vergangenen Samstag erheblich beeinträchtigt. Angesichts der bundesweiten Demonstrationen unter dem Motto „Gen Z regelt“ hielten mehrere Händler ihre Geschäfte vorsorglich geschlossen und schützten ihre Schaufenster.

Auch das traditionsreiche Juwelierunternehmen KUTTER 1825 blieb nicht verschont. Das Unternehmen schloss seine Stores, traf umfangreiche Schutzmaßnahmen und verbarrikadierte teilweise die Schaufenster. Alexander Kaden schilderte auf LinkedIn die Unsicherheit, mit der die Verantwortlichen im Vorfeld der Demonstrationen konfrontiert waren.

Mehrere Tausend Euro an Kosten und Umsatzverlusten

Für KUTTER 1825 bedeutete die Entscheidung nicht nur zusätzlichen organisatorischen Aufwand, sondern auch wirtschaftliche Einbußen. Laut Kaden entstanden durch die Sicherheitsvorkehrungen und Geschäftsschließungen Kosten von mehreren Tausend Euro. Hinzu kamen die ausbleibenden Umsätze.

Besonders belastend war die fehlende Planbarkeit. Kaden verglich die Situation mit der Corona-Pandemie: Man habe gewusst, dass etwas bevorstehe, aber nicht, in welchem Ausmaß sich die Lage entwickeln würde. Auch das Gefühl, trotz aller Vorbereitungen nur begrenzten Einfluss auf die weitere Entwicklung zu haben, beschreibt er als unangenehm.

Wempe, Bucherer und Eppli schließen ebenfalls vorsorglich

KUTTER 1825 war nicht allein. Auch Wempe, Bucherer und das Stuttgarter Auktionshaus Eppli hatten vorsorgliche Geschäftsschließungen angekündigt.

Gerade für Juweliere mit hochwertigen Uhren- und Schmucksortimenten ist die Sicherheitsfrage besonders relevant. Hohe Warenwerte, aufwendige Schaufensteranlagen und die Verantwortung gegenüber Mitarbeitern und Kunden machen Schutzmaßnahmen notwendig, wenn sich Risiken nicht zuverlässig einschätzen lassen.

Mit Holzplatten verbarrikadierte Schaufenster eines Bulgari-Stores
© Privat

Die wirtschaftlichen Folgen treffen den Fachhandel unmittelbar. Geschlossene Geschäfte verursachen weiterhin laufende Kosten, während Umsätze und persönliche Kundenkontakte ausbleiben.

Ausschreitungen bleiben aus, das Risiko trägt der Fachhandel

Die Proteste in Stuttgart verliefen nicht ohne Zwischenfälle. Rund 6.000 Menschen beteiligten sich an der Demonstration. Es kam zu Verstößen gegen Versammlungsauflagen, dem Einsatz von Pyrotechnik und einzelnen Straftaten. Die im Vorfeld befürchteten größeren Ausschreitungen und erheblichen Sachbeschädigungen blieben jedoch aus.

Für den Handel macht das die Situation nicht weniger schwierig. Sicherheitsentscheidungen müssen im Voraus getroffen werden, wenn noch unklar ist, wie sich eine Demonstration tatsächlich entwickeln wird. Der Fall KUTTER 1825 zeigt, wie schnell externe Ereignisse den stationären Handel wirtschaftlich treffen können. Selbst wenn größere Schäden ausbleiben, verursachen vorsorgliche Schließungen Kosten und Umsatzverluste.

Gerade für Juweliere, deren Geschäftsmodell auf persönlicher Beratung, hochwertigen Waren und attraktiven Innenstadtlagen beruht, entsteht daraus ein zusätzliches Risiko. Sicherheit ist für den Fachhandel nicht nur eine organisatorische Aufgabe, sondern zunehmend auch eine wirtschaftliche Frage.

Tausende Euro Verlust: Demonstrationen treffen KUTTER 1825

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