Der Schmuckmarkt verändert sich. Labordiamanten schaffen neue Preislagen und sprechen Kundengruppen an, für die klassischer Diamantschmuck bisher häufig nicht infrage kam. Alexander Stütz von der Stütz GmbH sieht darin eine große Chance für den Fachhandel – warnt aber auch davor, die Entwicklung zu unterschätzen.
Diamantschmuck steht 2026 vor einer neuen Entwicklung. Neben natürlichen Diamanten gewinnen gezüchtete Diamanten zunehmend an Bedeutung. Sie ermöglichen Schmuckstücke in Preislagen, die für neue Käufergruppen attraktiv sind, und erweitern damit die Möglichkeiten im Sortiment.
Für den Fachhandel eröffnet sich dadurch ein zusätzliches Geschäftsfeld. Gefragt sind klare Sortimentskonzepte, eine nachvollziehbare Positionierung und die Bereitschaft, Kunden unterschiedliche Angebote zu machen.
Labordiamanten eröffnen neue Chancen
Labordiamanten verändern nicht nur die Preisgestaltung im Diamantschmuck, sondern auch die Zielgruppenansprache. Kunden, die bislang auf Diamantschmuck verzichtet haben, können durch günstigere Angebote erstmals für diese Produktgruppe gewonnen werden.
Alexander Stütz von der Stütz GmbH sieht darin eine grundlegende Veränderung für den Fachhandel „Gezüchtete Diamanten sind nicht einfach nur eine Ergänzung zu klassischen Diamanten – sie eröffnen eine neue Perspektive auf Diamantschmuck. Sie machen es möglich, dass deutlich mehr Menschen Diamantschmuck tragen können als früher. Wenn sich der Juwelier nach wie vor dem Thema verweigert, wird der Umsatz von seinem Mitbewerber getätigt. Der Fachhandel muss sich deshalb aktiv mit dem Segment auseinandersetzen.“

Neue Kunden statt nur neue Produkte
Die Entwicklung zeigt, dass Labordiamanten nicht ausschließlich als preisgünstigere Alternative zu natürlichen Diamanten betrachtet werden sollten. Vielmehr entsteht ein Segment, das neue Kaufanlässe und zusätzliche Umsätze ermöglichen kann.
Für Juweliere bedeutet das, ihre bisherigen Diamantsortimente kritisch zu überprüfen. Welche Kundengruppen werden bereits erreicht? Welche Preisbereiche bleiben bislang unbesetzt? Und wie lassen sich natürliche und gezüchtete Diamanten verständlich voneinander abgrenzen?
Eine klare Positionierung hilft dabei, beide Produktgruppen anzubieten, ohne ihre jeweiligen Besonderheiten zu verwischen.
Der Fachhandel muss reagieren
Die größte Herausforderung liegt nicht allein in der Auswahl passender Schmuckstücke, sondern in der Beratung. Kunden erwarten eine verständliche Erklärung der Unterschiede zwischen natürlichen und gezüchteten Diamanten.
Dabei spielen Herkunft, Eigenschaften, Preisgestaltung und individuelle Kaufmotive eine entscheidende Rolle. Wer diese Unterschiede erklären kann, stärkt seine Beratungskompetenz und erweitert zugleich seine Verkaufsmöglichkeiten.
Die Botschaft von Stütz ist eindeutig: Labordiamanten sind ein Geschäftsfeld, mit dem sich Juweliere aktiv beschäftigen sollten. Denn wenn sich die Kundennachfrage verändert, muss auch das Sortiment darauf reagieren.


