Wer wissen möchte, was Schmuck mit royaler Vergangenheit heute wert ist, bekommt in Genf bald eine Antwort. Am 9. November um 15 Uhr versteigert das Auktionshaus Phillips im Hôtel President Wilson die „Geneva Jewels Auction: VII“.
Die Besichtigung findet vom 4. bis 9. November in Genf statt, zuvor tourte die Auswahl bereits durch Hongkong, New York, Singapur, Paris, London und Taipeh. Im Mittelpunkt stehen ein Collier mit Königinnen-Geschichte, ein Armband aus dem Kaiserreich und ein blauer Diamant.
Ein Collier nach dem Vorbild eines Königsschmucks
Das bekannteste Stück ist ein Perlen-Diamant-Collier des Londoner Juweliers Hennell aus dem Jahr 1928. Laut Phillips ließ Queen Mary es als Nachbildung des Golden Jubilee Necklace anfertigen, das Königin Victoria im Jahr 1888 überreicht wurde. Elizabeth II. trug das Original 1952 bei ihrer ersten Parlamentseröffnung als Monarchin.
Die Kette besteht aus 21 Kulturperlen mit rund 5,85 bis 13,50 Millimetern Durchmesser. Queen Mary schenkte sie später ihrer Nichte Mary Somerset, der Herzogin von Beaufort. Seit einem Verkauf im Jahr 1986 befand sie sich in Privatbesitz. Der Schätzpreis liegt bei 150.000 bis 220.000 US-Dollar.

Blauer Diamant, Kaschmir-Saphire und ein Armband der Kaiserin
Das teuerste Los ist ein Brillant mit 1,35 Karat in der seltenen Farbe Fancy Vivid Blue, geschätzt auf 2,2 bis 3,5 Millionen US-Dollar. Im gleichen Rahmen liegt ein Ring mit einem 16,40 Karat schweren Kaschmir-Saphir. Eine Saphir-Diamant-Brosche von Rozet & Fischmeister mit 18,69 Karat ist auf 1 bis 1,5 Millionen US-Dollar geschätzt.
Deutlich günstiger beginnt ein Smaragd-Diamant-Armband aus der Zeit von Kaiserin Eugénie. Es wurde von der Kaiserin weitergegeben und kommt auf 45.000 bis 65.000 US-Dollar. Ein Diamantring mit 10,09 Karat von Bucherer wird auf 350.000 bis 550.000 US-Dollar geschätzt.

Was Schätzpreise wirklich bedeuten
Die genannten Preise sind Schätzungen ohne Aufgeld des Käufers. Der Zuschlag kann darüber oder darunter liegen, besonders bei Stücken mit bekannter Geschichte. Wer mitbieten möchte, muss sich dafür bei Phillips registrieren.
Gerade für Schmuckliebhaberinnen ist so eine Auktion eine seltene Gelegenheit, die Vielfalt historischer Juwelen zu sehen: von Perlen über farbige Edelsteine bis zu Diamanten in außergewöhnlichen Farben. Ein persönlicher Besuch bei einem Juwelier hilft, solche Stücke einzuordnen.

