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Pandora setzt auf Platin: Warum Silber zum Problem wird

Pandora will weniger von Silber abhängig sein. Der Konzern stellt einen großen Teil seiner Silberschmuckstücke auf platinbeschichtete Varianten um und hat gerade seine neue Fabrik in Vietnam eröffnet. Laut Bloomberg ist beides Teil einer Strategie, mit der Pandora auf schwankende Silberpreise, höhere Kosten und Zollrisiken reagiert.

Von Jessica Farthofer

Pandora setzt auf Platin: Warum Silber zum Problem wird
© Pandora
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Pandora ist vor allem für seine Charm-Armbänder bekannt, und Silber gilt seit Jahren als Kernmaterial der Marke. Dass der Konzern dieses Material nun in großem Umfang durch platinbeschichtete Varianten ersetzt, zeigt, wie stark sich die Rahmenbedingungen verändert haben. Den aktuellen Anlass liefert die neue Fabrik in Vietnam, über deren Eröffnung wir bereits berichtet haben.

Dahinter steckt ein Umbau auf mehreren Ebenen: Material, Produktion und Design werden gleichzeitig neu aufgestellt, während die Nachfrage in den USA nachlässt und Asien kräftig wächst.

Platin statt Silber: Das hat Pandora angekündigt

Die Umstellung hatte Pandora bereits im Februar angekündigt: Ein großer Teil der Silberprodukte soll künftig platinbeschichtet gefertigt werden. Die Einführung begann im ersten Quartal in Nordeuropa, in der zweiten Jahreshälfte 2026 soll sie weltweit folgen. Bis 2027 will Pandora etwa die Hälfte des betroffenen Silbersortiments umgestellt haben. Einige Kollektionen bleiben in Silber.

Begründet hat der Konzern den Schritt mit der starken Abhängigkeit von einem einzigen Rohstoff. Mit der Platinbeschichtung soll die Materialbasis breiter werden. Die geringeren Rohstoffkosten werden laut Finanzchef teilweise durch höhere Arbeitskosten ausgeglichen, weil Verarbeitung und Beschichtung mehr Zeit erfordern. Arbeitskosten gelten als besser planbar als Rohstoffpreise. Die platinbeschichteten Stücke sollen ungefähr so viel kosten wie die Silberversionen.

Mitarbeiterin mit Handschuhen prüft goldfarbene Herzanhänger an einem Gestell in der Fertigung
© Pandora

Vietnam: Vom Neuling zum Drittel der Produktion

Das neue Werk startet vergleichsweise klein: Zunächst entfallen laut Reuters rund 15 Prozent der globalen Produktionskapazität auf den Standort. Bis 2030 soll der Anteil auf etwa ein Drittel steigen. Bei voller Auslastung entspricht die Jahreskapazität mehr als der Hälfte der Stückzahl, die Pandora im vergangenen Jahr weltweit verkauft hat.

Die Fabrik soll außerdem die Produktion platinbeschichteter Stücke ausbauen. Gleichzeitig verteilt Pandora seine Fertigung, die bisher in Thailand konzentriert war, auf ein zweites Land.

Nahaufnahme: Herzanhänger mit geprägtem Ring wird in der Fertigung mit einer Zange gehalten
© Pandora

Schwache USA, starkes Asien: Warum der Umbau jetzt kommt

Der Umbau fällt in eine Phase, in der Pandora Gegenwind spürt. Laut Bloomberg lässt die Kundenfrequenz in den Geschäften nach, die Konsumstimmung ist verhalten – vor allem in den USA, auf die rund ein Drittel des Umsatzes entfällt. Mit der Umstellung auf Platin und verspielteren Designs will Pandora höheren Kosten und Zollrisiken begegnen.

Rückenwind kommt aus Asien. Das Japan-Geschäft hat sich in rund drei Jahren mehr als verdoppelt, und das Wachstum in der Region trug laut Bloomberg dazu bei, dass Pandora seine Umsatzprognose anhob. Im August erhöhte der Konzern die Erwartung für das organische Wachstum 2026 auf 0 bis 3 Prozent, zuvor waren es minus 1 bis plus 2 Prozent.

Für Händler, die Pandora führen, bedeutet das: Das Material im Sortiment ändert sich schrittweise, bei voraussichtlich vergleichbaren Preisen.

Luftaufnahme des neuen Pandora-Werks in Vietnam mit dem Titel „Pandora setzt auf Platin: Warum Silber zum Problem wird“, Juwelierfinder Business
© Pandora

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