Pandora ist vor allem für seine Charm-Armbänder bekannt, und Silber gilt seit Jahren als Kernmaterial der Marke. Dass der Konzern dieses Material nun in großem Umfang durch platinbeschichtete Varianten ersetzt, zeigt, wie stark sich die Rahmenbedingungen verändert haben. Den aktuellen Anlass liefert die neue Fabrik in Vietnam, über deren Eröffnung wir bereits berichtet haben.
Dahinter steckt ein Umbau auf mehreren Ebenen: Material, Produktion und Design werden gleichzeitig neu aufgestellt, während die Nachfrage in den USA nachlässt und Asien kräftig wächst.
Platin statt Silber: Das hat Pandora angekündigt
Die Umstellung hatte Pandora bereits im Februar angekündigt: Ein großer Teil der Silberprodukte soll künftig platinbeschichtet gefertigt werden. Die Einführung begann im ersten Quartal in Nordeuropa, in der zweiten Jahreshälfte 2026 soll sie weltweit folgen. Bis 2027 will Pandora etwa die Hälfte des betroffenen Silbersortiments umgestellt haben. Einige Kollektionen bleiben in Silber.
Begründet hat der Konzern den Schritt mit der starken Abhängigkeit von einem einzigen Rohstoff. Mit der Platinbeschichtung soll die Materialbasis breiter werden. Die geringeren Rohstoffkosten werden laut Finanzchef teilweise durch höhere Arbeitskosten ausgeglichen, weil Verarbeitung und Beschichtung mehr Zeit erfordern. Arbeitskosten gelten als besser planbar als Rohstoffpreise. Die platinbeschichteten Stücke sollen ungefähr so viel kosten wie die Silberversionen.

Vietnam: Vom Neuling zum Drittel der Produktion
Das neue Werk startet vergleichsweise klein: Zunächst entfallen laut Reuters rund 15 Prozent der globalen Produktionskapazität auf den Standort. Bis 2030 soll der Anteil auf etwa ein Drittel steigen. Bei voller Auslastung entspricht die Jahreskapazität mehr als der Hälfte der Stückzahl, die Pandora im vergangenen Jahr weltweit verkauft hat.
Die Fabrik soll außerdem die Produktion platinbeschichteter Stücke ausbauen. Gleichzeitig verteilt Pandora seine Fertigung, die bisher in Thailand konzentriert war, auf ein zweites Land.

Schwache USA, starkes Asien: Warum der Umbau jetzt kommt
Der Umbau fällt in eine Phase, in der Pandora Gegenwind spürt. Laut Bloomberg lässt die Kundenfrequenz in den Geschäften nach, die Konsumstimmung ist verhalten – vor allem in den USA, auf die rund ein Drittel des Umsatzes entfällt. Mit der Umstellung auf Platin und verspielteren Designs will Pandora höheren Kosten und Zollrisiken begegnen.
Rückenwind kommt aus Asien. Das Japan-Geschäft hat sich in rund drei Jahren mehr als verdoppelt, und das Wachstum in der Region trug laut Bloomberg dazu bei, dass Pandora seine Umsatzprognose anhob. Im August erhöhte der Konzern die Erwartung für das organische Wachstum 2026 auf 0 bis 3 Prozent, zuvor waren es minus 1 bis plus 2 Prozent.
Für Händler, die Pandora führen, bedeutet das: Das Material im Sortiment ändert sich schrittweise, bei voraussichtlich vergleichbaren Preisen.


