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LVMH: Zenith streicht Stellen & Hublot holt Bennahmias

Bei LVMH geraten gleich zwei Uhrenmarken in Bewegung. Zenith plant einen tiefgreifenden Umbau mit deutlich weniger Mitarbeitern, geringeren Stückzahlen und einer stärkeren Ausrichtung auf Haute Horlogerie. Bei Hublot soll gleichzeitig der frühere Audemars-Piguet-Chef François-Henry Bennahmias als Berater neue Impulse geben.

Von Petra SIvcic

LVMH: Zenith streicht Stellen & Hublot holt Bennahmias
Neue Strategie bei LVMH: Zenith schrumpft, Hublot sucht neue Stärke. © KI-generiert
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Bei LVMH geraten gleich zwei Uhrenmarken in Bewegung. Zenith plant einen tiefgreifenden Umbau mit deutlich weniger Mitarbeitern, geringeren Stückzahlen und einer stärkeren Ausrichtung auf Haute Horlogerie. Bei Hublot soll gleichzeitig der frühere Audemars-Piguet-Chef François-Henry Bennahmias als Berater neue Impulse geben.

Bei Zenith steht einer der größten Einschnitte der jüngeren Unternehmensgeschichte bevor. Die LVMH-Marke hat ein Konsultationsverfahren im Zuge einer strategischen Neuausrichtung eingeleitet.

Nach Berichten von Reuters und Schweizer Medien könnten am Standort Le Locle rund 100 von knapp 200 Arbeitsplätzen betroffen sein. Zusätzlich stehen weitere Stellen im internationalen Vertriebs- und Marketingnetz zur Diskussion.

Zenith soll kleiner und exklusiver werden

Zenith will sein Geschäftsmodell deutlich verändern. CEO Benoit de Clerck kündigte an, die Marke stärker auf Haute Horlogerie, komplexe Uhrwerke, geringere Produktionsmengen und eine selektivere Distribution auszurichten.

Die Richtung ist klar: weniger Uhren, höhere Exklusivität und eine stärkere Positionierung im oberen Segment.

Hinter dem Umbau stehen wirtschaftliche Probleme. Zenith kämpft nach Unternehmensangaben seit Jahren mit Verlusten. Belastet wird das Geschäft unter anderem durch schwierige Absatzmärkte, den starken Schweizer Franken und zusätzliche Handelskosten.

Die zentrale Frage lautet nun, ob Zenith seine technische Glaubwürdigkeit rund um Kaliber wie das El Primero in eine deutlich exklusivere Markenposition übersetzen kann.

Der Schritt nach oben ist anspruchsvoll

Eine stärkere Ausrichtung auf Haute Horlogerie ist bestätigt. Nicht bestätigt ist dagegen, dass Zenith direkt mit Patek Philippe oder Vacheron Constantin gleichziehen soll.

Genau hier liegt die Herausforderung. Marken wie Patek Philippe, Vacheron Constantin oder Audemars Piguet verfügen über jahrzehntelang aufgebaute Sammlerbegehrlichkeit, hohe Verknappung und starke Wertwahrnehmung.

Zenith besitzt technische Kompetenz und Historie. Ob daraus auch eine dauerhaft höhere Preis- und Prestigeposition entsteht, muss sich erst zeigen.

Huboldt holt einen früheren AP-Chef

Parallel dazu gibt es auch bei Hublot Bewegung.

Der frühere Audemars-Piguet-CEO François-Henry Bennahmias soll als strategischer Berater für Hublot tätig werden. Julien Tornare bleibt CEO der Marke.

Bennahmias führte Audemars Piguet mehr als ein Jahrzehnt und war maßgeblich an der starken wirtschaftlichen Entwicklung und Positionierung der Marke beteiligt. Seine Erfahrung mit Markenbegehrlichkeit, kontrollierter Distribution und Produktfokussierung könnte für Hublot besonders interessant sein.

Huboldt muss neue Begehrlichkeit schaffen

Hublot hat nach Schätzungen von Morgan Stanley und LuxeConsult in den vergangenen Jahren deutlich an Umsatz und Stückzahlen verloren.

Für 2025 wurde der Umsatz auf rund 460 Millionen Schweizer Franken geschätzt. 2022 sollen es noch rund 744 Millionen Franken gewesen sein. Auch die Produktionsmenge soll im gleichen Zeitraum deutlich zurückgegangen sein. Dabei handelt es sich um externe Schätzungen und nicht um offiziell veröffentlichte Hublot-Zahlen.

Die Herausforderung für Hublot liegt deshalb weniger darin, einfach mehr Modelle auf den Markt zu bringen. Entscheidend wird sein, die Markenidentität zu schärfen und die Begehrlichkeit wieder zu erhöhen.

Mit der Big Bang besitzt Hublot eine weltweit bekannte Produktfamilie. Gleichzeitig hat die Marke in den vergangenen Jahren stark auf Kooperationen, Markenbotschafter und auffällige Materialien gesetzt. Im aktuellen Markt zählen jedoch zunehmend Exklusivität, klare Positionierung und Sammlernachfrage.

Zwei Marken, zwei Baustellen

Zenith und Hublot stehen vor unterschiedlichen Aufgaben.

Zenith soll sich verkleinern, exklusiver werden und stärker in Richtung Haute Horlogerie gehen. Hublot muss vor allem seine frühere Strahlkraft und Begehrlichkeit zurückgewinnen.

Beide Fälle zeigen jedoch dieselbe Entwicklung: Im Luxusuhrenmarkt reicht Volumen allein nicht mehr aus. Marken brauchen eine klare Identität, Exklusivität und starke Nachfrage bei Sammlern und Kunden.

Für LVMH wird sich zeigen, ob Restrukturierung bei Zenith und neue strategische Impulse bei Hublot ausreichen, um beide Marken wieder nachhaltig zu stärken.

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