Wer Inspiration für ein neues Ohrpiercing sucht, stößt inzwischen auf eine erstaunlich genaue Sprache.
Nicht mehr nur „Helix“ oder „Tragus“ werden gesucht. Position, Richtung und gewünschter Schmuckeffekt werden zunehmend genauer beschrieben.
Eine aktuelle internationale Auswertung des Trenddienstes Rising Trends weist beispielsweise steigendes Suchinteresse für Begriffe wie Hidden Helix Piercing, Surface Tragus Piercing, Mid Helix Piercing und Vertical Helix Piercing aus. Auch „Stackable Jewelry“, also kombinierbarer Schmuck, gehört zu den Begriffen mit wachsendem Interesse.
Wichtig dabei: Diese Daten sind keine repräsentative Untersuchung für Deutschland oder Österreich. Sie liefern ein internationales Trendsignal und zeigen vor allem, dass Piercing-Suchen zunehmend differenzierter werden.
HIDDEN HELIX: DER SCHMUCK WIRKT FAST SCHWEBEND
Als Hidden Helix wird meist eine Platzierung im oberen Helixbereich bezeichnet, bei der der Ansatz des Schmucks unter der Ohrfalte verborgen wird.
Dadurch kann der Eindruck entstehen, dass der Schmuck unter dem oberen Ohrrand schwebt oder von dort herabhängt.
Ob sich dieser Effekt umsetzen lässt, hängt stark von der individuellen Ohrform ab. Nicht jedes Ohr besitzt dieselben anatomischen Voraussetzungen.
Charakteristisch für die Platzierung ist damit vor allem der scheinbar schwebende Schmuckeffekt.

MID HELIX: DIE MITTE DES ÄUSSEREN OHRRANDES
Der Mid Helix sitzt im mittleren bis unteren Bereich des äußeren Ohrknorpels. Er befindet sich zwischen Ohrläppchen und der weiter oben liegenden klassischen Helix-Position.
Dadurch kann er gut mit vorhandenen Ohrlöchern kombiniert werden und Teil eines sogenannten Curated Ear sein, bei dem mehrere Piercings als gemeinsamer Schmucklook geplant werden.
VERTICAL HELIX: EIN ANDERER WINKEL
Beim Vertical Helix verläuft der Stichkanal anders als bei einer klassischen Helix vertikal durch den oberen Knorpelrand.
Auch hier spielt die individuelle Anatomie eine wichtige Rolle. Der obere Ohrrand muss für die gewünschte Position geeignet sein.
Mehrere Vertical-Helix-Piercings nebeneinander können einen besonders grafischen Ohrschmuck-Look ergeben.

SURFACE TRAGUS: NICHT DURCH DEN TRAGUS
Etwas irreführend ist der Name Surface Tragus.
Ein klassisches Tragus-Piercing wird durch den kleinen Knorpelbereich direkt vor dem Gehörgang gestochen. Beim Surface Tragus handelt es sich dagegen um ein Oberflächenpiercing in der Haut neben dem Tragus.
Damit unterscheidet sich diese Variante deutlich von einem klassischen Knorpelpiercing.
Platzierung, geeigneter Schmuck und anatomische Voraussetzungen sollten deshalb individuell in einem professionellen Piercingstudio beurteilt werden.

AUS EINEM PIERCING WIRD EIN GANZER OHR-LOOK
Die vielen unterschiedlichen Begriffe zeigen, wie stark sich Piercing heute über konkrete Positionen und Kombinationen definiert.
Mehrere Stecker, kleine Schmuckelemente, Ketten oder unterschiedliche Piercingstellen können gemeinsam geplant werden. Begriffe wie Ear Stacking und Curated Ear beschreiben genau diesen Ansatz.
Ein Bild aus Social Media kann dabei Inspiration liefern. Ob sich derselbe Look am eigenen Ohr umsetzen lässt, hängt jedoch immer von der individuellen Anatomie ab.
Die internationalen Suchdaten sprechen zumindest dafür, dass sich das Interesse stärker auf konkrete Positionen und individuelle Ohrlooks verteilt, statt sich nur auf den allgemeinen Begriff „Piercing“ zu konzentrieren.

