Business

Gold zwischen Zinsdruck und Inflation: Was jetzt den Markt bewegt

Der Goldpreis ist nach seinem Rekordhoch deutlich zurückgekommen und bewegt sich aktuell wieder um die Marke von 4.000 US-Dollar je Feinunze. Hohe Zinsen, ein starker Dollar und Inflationssorgen belasten den Markt. Gleichzeitig sorgen geopolitische Risiken und die anhaltende Nachfrage vieler Zentralbanken weiter für Unterstützung.

Von Petra SIvcic

Gold zwischen Zinsdruck und Inflation: Was jetzt den Markt bewegt
KI-generiert
In diesem Artikel

Der Goldmarkt bleibt von gegenläufigen Kräften geprägt. Auf der einen Seite erhöhen geopolitische Spannungen und hohe Energiepreise den Bedarf nach Sicherheit und Inflationsschutz. Auf der anderen Seite machen hohe Anleiherenditen Gold als unverzinste Anlage weniger attraktiv.

Ende Oktober lag der Goldpreis bei rund 4.000 US-Dollar je Feinunze. Zum Vergleich: Im Januar hatte Gold zeitweise ein Rekordhoch von mehr als 5.500 US-Dollar erreicht.

Hohe Zinsen bleiben Gegenwind

Die US-Notenbank Fed hielt ihren Leitzins zuletzt bei 3,75 bis 4,00 Prozent. Gleichzeitig bleibt die Inflation erhöht, weshalb die Märkte weiterhin mit einem länger hohen Zinsniveau rechnen.

Für Gold ist das ein entscheidender Faktor. Je höher die Renditen von US-Staatsanleihen ausfallen, desto größer werden die Opportunitätskosten einer Goldanlage, da das Edelmetall selbst keine laufenden Zinsen abwirft.

Der World Gold Council verweist zudem darauf, dass ein starker US-Dollar und gestiegene Treasury-Renditen zuletzt wesentliche Belastungsfaktoren für den Goldpreis waren.

Inflation und Energiepreise stützen die Nachfrage

Gleichzeitig bleibt die Inflationsfrage ungelöst. Reuters zufolge rechnen Ökonomen damit, dass die Teuerung in vielen Volkswirtschaften auch 2027 erhöht bleiben könnte. Vor allem hohe Energiepreise verstärken derzeit die Sorge, dass sich der Preisdruck erneut ausweiten könnte.

Für Gold entsteht daraus ein Spannungsfeld: Höhere Inflation erhöht grundsätzlich die Attraktivität von Sachwerten, kann zugleich aber zu höheren Zinsen führen. Genau diese Kombination sorgt derzeit für hohe Schwankungen.

Zentralbanken bleiben wichtige Käufer

Trotz der jüngsten Preiskorrektur bleibt die Nachfrage vieler Zentralbanken ein stabilisierender Faktor.

Der World Gold Council und Reuters verweisen weiterhin auf robuste Käufe durch Notenbanken, insbesondere in Asien. China etwa setzte seine Goldkäufe auch im September fort.

Russland bildet dabei eine Ausnahme. Laut dem von GZ zitierten Heraeus-Bericht hat die russische Zentralbank zuletzt Goldbestände reduziert. GZ spricht von rund sechs Tonnen im September und einem Rückgang der Reserven auf etwa 2.260 Tonnen. Diese konkrete Zahl stammt aus der Heraeus-Auswertung und ist deshalb als deren Angabe zu verstehen.

Für den Fachhandel bleibt Gold schwer kalkulierbar

Für Juweliere und Goldschmiede bedeutet die aktuelle Situation vor allem eines: Der Goldpreis bleibt volatil.

Steigende oder fallende Preise wirken sich direkt auf Einkauf, Kalkulation und Verkaufspreise aus. Gleichzeitig bleibt Gold als Wertaufbewahrungsmittel und als Material für hochwertigen Schmuck stark im Bewusstsein der Kunden.

Gerade deshalb gewinnen Themen wie Altgoldankauf, Recycling, transparente Preisargumentation und flexible Kalkulation weiter an Bedeutung.

Für den Fachhandel zählt deshalb weniger die kurzfristige Prognose als die Fähigkeit, mit starken Preisschwankungen umzugehen.

Goldbarren und Goldmünzen vor einem fallenden Kurschart und dem Gebäude einer Notenbank, dazu der Artikeltitel „Gold zwischen Zinsdruck und Inflation: Was jetzt den Markt bewegt“

Juwelier in deiner Nähe finden

Über 1.000 Juweliere im DACH-Raum — mit Services von Reparatur bis Anfertigung.

Jetzt suchen

Das könnte dich auch interessieren