Für den Schmuckfachhandel gewinnt der Verlobungsring als eigenständiges Umsatzsegment an Bedeutung. Dabei verändern sich nicht nur die Preisvorstellungen, sondern auch die Nachfrage nach unterschiedlichen Steinformen und Diamantgrößen. Zum Auftakt unserer vierteiligen Interviewreihe spricht Cornelia Gruber-Ruesch über die aktuellen Entwicklungen bei ihren Fachhandelspartnern.

Frau Gruber-Ruesch, kann ein hochwertiger Verlobungsring heute tatsächlich einen ähnlichen Umsatz erzielen wie ein Paar Trauringe? Welche Entwicklung beobachten Sie bei Ihren Fachhandelspartnern?
Cornelia Gruber-Ruesch: Ja, ein hochwertiger Verlobungsring kann heute durchaus einen ähnlichen Umsatz erzielen wie ein Paar Trauringe. Größere Steine werden wieder gerne gewählt, auch weil die Brillantpreise in diesem Segment die letzten eineinhalb Jahre sehr attraktiv waren. Insgesamt sehen wir, dass der Verlobungsring wieder stärker als eigenständiges Schmuckstück mit entsprechendem Wert und emotionaler Bedeutung wahrgenommen wird.
Welche Größen und Preislagen sind aktuell besonders gefragt und welche Unterschiede sehen Sie zwischen Natur- und synthetischen Diamanten?
Cornelia Gruber-Ruesch: Aktuell stehen bei natürlichen Steinen vor allem 0,5 ct und 0,75 ct im Fokus. Sie bieten eine attraktive Balance zwischen Größe, Wertigkeit und Preis. Dahinter folgen zunehmend Fancy Cuts, die eine spannende Alternative zum klassischen Rundschliff darstellen. Bei synthetischen Diamanten werden laut Rückmeldungen unserer Juweliere eher Größen von 1 bis 1,5 ct nachgefragt.


