Sensationsfund: Vintage-Schmuck für 150.000 Pfund

Ein verstaubter Dachboden, jahrzehntelang aufbewahrte Familienerbstücke und ein überraschend wertvoller Schatz: In England kommt eine außergewöhnliche Schmucksammlung ans Licht. Mehr als 200 historische Schmuckstücke, darunter eine Cartier-Brosche von 1905 und funkelnde Art-déco-Juwelen, werden jetzt versteigert. Der geschätzte Gesamtwert: rund 150.000 britische Pfund.

Von Jessica Farthofer

Sensationsfund: Vintage-Schmuck für 150.000 Pfund
© Elmwood's Auctioneers
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Was auf einem Dachboden im englischen Worcestershire jahrzehntelang aufbewahrt wurde, entpuppt sich als kleine Schatzkammer der Schmuckgeschichte. Über Generationen hinweg hatte eine Familie kostbare Ringe, Broschen und andere Schmuckstücke gesammelt. Viele davon stammen aus dem frühen 20. Jahrhundert, manche sind sogar deutlich älter. Am 21. Oktober 2026 kommen insgesamt 210 Lose beim Londoner Auktionshaus Elmwood’s unter den Hammer – und das ohne Mindestpreise.

Ein Familienschatz mit Geschichte

Die Geschichte hinter der Sammlung ist fast so faszinierend wie die Schmuckstücke selbst. Einen großen Teil hatte die Großmutter des heutigen Eigentümers im Laufe ihres Lebens zusammengetragen. Andere Kostbarkeiten wurden bereits von früheren Generationen vererbt oder später von Familienmitgliedern ergänzt.

Irgendwann verschwand die Sammlung zur sicheren Aufbewahrung auf dem Dachboden des Familienhauses. Dort blieb sie mehrere Jahrzehnte lang.

Besonders bemerkenswert ist, wie geschlossen viele Schmuckstücke aus der Art-déco-Zeit erhalten geblieben sind. Statt einzelner Fundstücke zeigt die Sammlung eine ganze Epoche mit ihren charakteristischen Designs, Materialien und handwerklichen Techniken.

Eine Cartier-Brosche aus dem Jahr 1905

Zu den Highlights gehört eine diamantbesetzte Schleifenbrosche von Cartier aus dem Jahr 1905. Das Schmuckstück besteht aus Gelbgold und Silber und ist mit Diamanten im Alt- und Rosenschliff verziert.

Die zarte Schleifenform erinnert an den eleganten Schmuckstil der Belle Époque, als feine Ornamente, romantische Motive und aufwendige Diamantfassungen besonders beliebt waren.

Überraschend ist der Schätzpreis: Die historische Cartier-Brosche wird mit lediglich 1.000 bis 1.500 britischen Pfund angesetzt. Ob sie tatsächlich in diesem Bereich verkauft wird, entscheidet sich erst bei der Auktion.

Schleifenbrosche aus Silber und Gold, besetzt mit zahlreichen Diamanten im Altschliff, Blütenmotive, vor weißem Hintergrund
Schleifenbrosche von Cartier aus dem Jahr 1905 © Elmwood's Auctioneers


Art déco: Diamanten und ägyptische Inspiration

Ein weiterer Blickfang ist eine außergewöhnliche Doppelbrosche aus Platin. Ihr Design zeigt zwei stilisierte Lotusblüten, die zusammen oder einzeln getragen werden können. Besetzt ist das Schmuckstück mit insgesamt geschätzten 12,5 bis 13,5 Karat Diamanten.

Die Gestaltung stammt aus der Art-déco-Zeit und greift die damalige Begeisterung für das alte Ägypten auf. Nach der Entdeckung des Grabes von Tutanchamun im Jahr 1922 wurden ägyptische Symbole, geometrische Formen und exotisch wirkende Ornamente zu beliebten Motiven im Schmuckdesign.

Auch diese Brosche wird auf 1.000 bis 1.500 Pfund geschätzt.

Platinbrosche im Art-déco-Stil mit Diamanten im Brillant- und Baguetteschliff, schleifenförmig mit Voluten.
Doppelbrosche aus Platin © Elmwood's Auctioneers


Wenn Broschen zu kleinen Tieren werden

Besonders charmant ist eine Gruppe von 17 Auktionslosen mit historischen Tierbroschen. Sie zeigen unter anderem Füchse, Windhunde, Vögel, einen Esel und sogar einen Dachs.

Eines der auffälligsten Stücke ist eine viktorianische Stierbrosche aus dem 19. Jahrhundert. Das kleine Schmucktier besteht aus Silber und Gelbgold und trägt Diamanten mit zusammen etwa 2,5 bis 2,8 Karat. Ein Rubin bildet das Auge des Stiers.

Der geschätzte Preis liegt bei 200 bis 300 Pfund. Die Broschen zeigen, wie verspielt und detailverliebt Schmuck bereits vor mehr als hundert Jahren gestaltet wurde.

Antike Brossen mit Diamantbesatz in Tiermotiven, u. a. Windhunde, Fasan, Vogel, Hirsch und Stier, auf petrolfarbenem Hintergrund.
Historische Tierbroschen © Elmwood's Auctioneers


Ein Diamantenschatz für das Abendkleid

Zu den prunkvollsten Stücken zählt ein sogenanntes Devant de Corsage. Dabei handelt es sich um ein großes Schmuckornament, das früher auf der Vorderseite eines festlichen Kleides getragen wurde.

Das Exemplar aus der edwardianischen Epoche kombiniert Platin und Gelbgold mit floralen Ornamenten, geschwungenen Linien und beweglichen Diamantanhängern. Insgesamt sind etwa 12 bis 13 Karat Diamanten im Altschliff verarbeitet.

Der Schätzpreis beträgt 2.000 bis 3.000 Pfund. Ein Schmuckstück, das eindrucksvoll zeigt, wie glamourös die Abendmode zu Beginn des 20. Jahrhunderts sein konnte.

Diamantbrosche in Platin mit Girlanden, Ranken und großem Tropfen, freigestellt auf weißem Hintergrund
Devant de Corsage © Elmwood's Auctioneers


150.000 Pfund – und kein einziger Mindestpreis

Die gesamte Sammlung wird vor der Versteigerung auf rund 150.000 britische Pfund geschätzt. Besonders spannend: Alle 210 Lose werden ohne Mindestpreis angeboten.

Das bedeutet, dass die Schmuckstücke auch unterhalb ihrer Schätzwerte verkauft werden können. Ein günstiger Zuschlag ist allerdings keineswegs garantiert. Gerade außergewöhnliche historische Schmuckstücke können bei mehreren Interessenten deutlich höhere Preise erzielen.

Die Auktion findet am 21. Oktober 2026 um 14 Uhr britischer Zeit statt.

Was jahrzehntelang auf einem Dachboden verborgen lag, bekommt damit eine neue Bühne. Und vielleicht finden die kostbaren Familienerbstücke schon bald neue Besitzer, die ihre Geschichte weiterschreiben.

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