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Lab-Grown Diamonds erobern den Red Carpet

DIAMANTEN. Lab-Grown Diamonds tauchen immer häufiger dort auf, wo traditionell besonders exklusiver Schmuck getragen wird: auf internationalen Red Carpets. Bei Oscars und Met Gala 2026 trugen mehrere Stars im Labor gezüchtete Diamanten. Was bedeutet das eigentlich für Schmuckkäufer:innen?

Von Petra Baranyai

Lab-Grown Diamonds erobern den Red Carpet

Diamanten aus dem Labor waren vor wenigen Jahren für viele Menschen noch erklärungsbedürftig. Inzwischen werden sie auf einigen der weltweit sichtbarsten Mode- und Schmuckbühnen getragen.

Bei den Oscars 2026 erschien Schauspielerin Odessa A’zion mit maßgefertigtem Schmuck aus Lab-Grown Diamonds von Pandora. Vogue bezifferte allein zwei ihrer Diamantcolliers zusammen auf mehrere Dutzend Karat. 

Bei der Met Gala folgten weitere prominente Beispiele. Unter anderem Tessa Thompson trug Lab-Grown-Diamond-Schmuck, darunter ein Gelbgoldarmband mit einem im Labor erzeugten Diamanten. 

Auch Swarovski verwendet bereits im Labor gezüchtete Diamanten für prominente Schmuckauftritte, darunter Looks von Gillian Anderson und Jennifer Lawrence. 

Der Red Carpet macht damit sichtbar, was sich auch im Schmuckangebot verändert hat: Neben natürlichen Diamanten gibt es heute eine zweite Diamantkategorie.

Diamanten.


IST EIN LAB-GROWN DIAMANT EIN ECHTER DIAMANT?

Ja – allerdings mit einer anderen Entstehungsgeschichte.

Das Gemological Institute of America, eine der international bekanntesten gemmologischen Institutionen, beschreibt Lab-Grown Diamonds als Diamanten mit im Wesentlichen denselben chemischen, physikalischen und optischen Eigenschaften wie natürlichen Diamanten. Der entscheidende Unterschied liegt in der Entstehung: Natürliche Diamanten bilden sich tief in der Erde, Lab-Grown Diamonds werden technisch erzeugt. 

Damit sind sie nicht mit Zirkonia oder anderen Diamant-Imitationen gleichzusetzen.

Mit bloßem Auge kann die Herkunft zudem nicht zuverlässig bestimmt werden. Dafür sind spezielle gemmologische Untersuchungen notwendig. 

Dame mit Labordiamant


WARUM SIND SIE AUF DEM RED CARPET INTERESSANT?

Der Red Carpet lebt normalerweise von maximaler Aufmerksamkeit. Dass dort bewusst Lab-Grown Diamonds eingesetzt werden, zeigt deshalb vor allem eines: Im Labor erzeugte Diamanten werden zunehmend als eigenständige Schmuckoption inszeniert und nicht mehr ausschließlich als technische Alternative behandelt.

Das bedeutet allerdings nicht, dass natürliche und im Labor erzeugte Diamanten austauschbar sind.

Für manche Käufer:innen ist gerade die natürliche Entstehung über einen enorm langen Zeitraum Teil der Faszination eines Diamanten. Andere interessieren sich stärker für Gestaltung, Größe oder das zur Verfügung stehende Budget.

NATÜRLICH ODER LAB-GROWN?

Die entscheidende Frage lautet daher weniger: Welche Variante ist grundsätzlich besser?

Wichtiger ist: Was ist mir bei meinem Schmuckstück wichtig?

Gerade beim Verlobungsring sollte transparent geklärt sein, welche Art von Diamant eingesetzt wird. Neben Schliff, Farbe, Reinheit und Karatgewicht gehört die Herkunft des Steins heute zu den Informationen, über die Käufer:innen Bescheid wissen sollten.

Der Red Carpet kann Trends sichtbar machen. Die Entscheidung am eigenen Finger bleibt aber persönlich – und sollte auf verständlichen Informationen statt auf einem prominenten Namen beruhen.

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